Das heute weit verbreitete Dateiformat pdf wurde
ursprünglich von Adobe entwickelt, um die Papierflut in Verwaltungen
und Büros einzudämmen. Ausdrucke sollten künftig in digitaler Form
weitergereicht werden. PDF ist ein plattformübergreifendes
Austauschformat, das auf PostScript aufbaut und dieses in seinen
Einstellungsmöglichkeiten erweitert. Das Format arbeitet unabhängig
von Betriebssystemen. Mit ihm lassen sich perfekte Druckvorlagen
erstellen, die alle benötigten Daten beinhalten, wie hoch aufgelöste
Bilder und alle verwendeten Schriften. Druckvorlagen im PDF-Format
sind plattformunabhängig, ihre Größe fällt durch optimale
Komprimierung gering aus und sie können sehr gut am Bildschirm
überprüft werden. Nach kurzer Zeit erkannte auch die Druckindustrie
das Potenzial dieser Seitenbeschreibungssprache. Mit der Zeit wurde
PDF um verschiedene mutlitmediale Funktionen, wie Video- und
Audiofunktionen, Javascripts usw. erweitert.
Da
viele dieser Funktionen zu fehlerhaften Ergebnissen führen, ist es
wichtig, die PDF auf die Inhalte zu reduzieren, die für einen
fehlerfreie Verarbeitung in der Druckvorstufe notwendig sind. Diese
Inhalte sind im Standard PDF-X beschrieben.
In
Europa setzten sich bis heute der PDF/X-1a- und PDF/X-3-Standard
durch. Inhalte, die für den Druck von PDF-Dateien problematisch sind,
werden durch PDF-X ausgeschlossen. Umgekehrt werden Funktionen, die
für einen fehlerfreien Druck unverzichtbar sind, zur Voraussetzung für
eine PDF-X-Datei. Zum Beispiel werden Transparenzen,
Transferfunktionen oder Informationen, die sich nicht sinnvoll drucken
lassen (wie Audio oder Links) verboten. Vorgeschrieben sind hingegen
Angaben, die für einen präzisen Druck unverzichtbar sind, wie Trimbox,
Farbinformationen usw. Dass diese Anforderungen vom Benutzer
tatsächlich eingehalten werden, kann mit Hilfe von
Preflight-Werkzeugen (z.B. in Adobe Acrobat PitStop) automatisiert
überprüft werden.
PDF/X-1a versus PDF/X-3.
Inhaltlich gleichen sich die beiden Variationen PDF/X-1a und PDF/X-3
weitgehend. Die Grundregeln sind fast durchgängig identisch. Der große
Unterschied besteht darin, dass PDF/X-1a ausschließlich in den
geräteabhängigen CMYK-Prozessfarben sowie Sonderfarben aufbereitet
sein darf und ausschließlich für CMYK-basierte Ausgabeprozesse
vorgesehen ist. Im Unterschied hierzu lässt PDF/X-3 ausdrücklich auch
geräteunabhängige Farbe zu und gestattet es zudem, PDF/X-3-Dateien
auch für Ausgabegeräte zu erstellen, die mit den Prozessfarben RGB
arbeiten. Dieser Aspekt wurde auf Drängen von Druckerherstellern in
PDF/X-3 integriert, da in den nächsten Jahren mit einer großen
Verbreitung von im RGB-Modell anzusteuernden Farbdruckern zu rechnen
sei. Hier sei es vorteilhaft, auch diese Geräteklasse mit PDF/X-3
abdecken zu können. Zu den Regeln, die den beiden Normvarianten
PDF/X-1a und PDF/X-3 gemeinsam sind, gehören unter anderem folgende
Punkte:
Schriften müssen eingebettet
sein.
Bilddaten müssen als Bestandteil des PDF
enthalten und mit Mitteln einer PDF-Seitenbeschreibung kodiert
sein.
OPI-Kommentare sind
verboten.
Transferkurven sind
verboten.
Rastereinstellungen sind erlaubt, müssen
vom Empfänger einer PDF/XDatei aber nicht verwendet
werden.
Kommentare und
Formularfelder innerhalb der durch TrimBox bzw. BleedBox definierten
Seitenflächen sind nicht erlaubt.
Mittels des
Eintrags Trapped im Info-Dictionary muss angegeben sein, ob die Datei
bereits überfüllt wurde oder nicht.
LZW-Kompression
ist verboten, da Softwarehersteller Lizenzgebühren an den
LZW-Patentinhaber Unisys entrichten müssen, um LZW verwenden zu
dürfen. Andererseits ist aber die ZIP-Kompression (in PostScript und
PDF als Flate bezeichnet) ähnlich leistungsfähig, ohne mit Patenten
belegt zu sein.
Jegliche Verschlüsselung ist
untersagt, das heißt es ist auch nicht zulässig, PDF-Dateien zu
verwenden, die verschlüsselt sind, aber kein Kennwort zum Öffnen
erfordern.
Mittels eines PDF/X-spezifischen
OutputIntent-Dictionary muss angegeben werden, für welche
Ausgabebedingung die PDF/X-Datei erstellt worden
ist.
PDF/X-1a wie PDF/X-3 basieren auf PDF 1.3,
insbesondere von den in PDF 1.4 eingeführten Transparenzfunktionen
soll kein Gebrauch gemacht werden.
